Montag, 9. Januar 2017

Besuch in Kamerun





Hallo ihr Lieben,

Ich wünsche euch allen ein schönes neues Jahr und hoffe ihr hattet wundervolle Weihnachten. Eli und ich haben die Weihnachtszeit sehr genossen, vor allem deswegen, weil wir das Glück hatten, Weihnachten mit unseren Familien verbringen zu dürfen. Am 17.12. kam nämlich (endlich) unsere kleine Delegation bestehend aus meinen Eltern, meiner Tante, meinem Cousin und Elis Mama am Flughafen in Douala an, um uns zu besuchen. Was folgte waren zwei unvergessliche Wochen mit Reisen durch Kamerun  und Kumbo.

Nach vier Monaten einleben und mitleben in Kumbo war es erst einmal ganz schön ungewohnt aber dann auch sehr spannend, Kamerun quasi als Tourist zu bereisen und so wieder ganz neue Seiten von dem Land kennenzulernen. Auch war es schön Kamerun durch die Augen meiner Eltern zu sehen, wobei ich bemerkte, an wie vieles eigentlich Außergewöhnliches , wie zum Beispiel die Herzlichkeit der Leute oder den tollen kamerunischen Sternenhimmel, ich mich schon gewöhnt hatte. Im folgenden Beitrag haben also diesmal meine Eltern ihre Erfahrungen festgehalten und mit ihren eigenen tollen Urlaubsfotos versehen. Enjoy!

Besuch in Kamerun
von Christiane & Joachim

Am 17. Dezember war es endlich soweit – nach langen Reisevorbereitungen saßen wir alle im Flieger und nach einmal Umsteigen in Brüssel ging es endlich Richtung Douala. Die Ankunft war nicht nur wegen des schwülen und feuchten Klimas ein Schock, zu schaffen machten auch die langen Schlangen vor der Passkontrolle, das Gedrängel am Gepäckband und immer wieder „the humidity“. Draußen war es um 19.00 Uhr zwar schon dunkel, aber unser persönlicher Lichtblick waren Charlotte und Elinor, die wir nach 4 Monaten endlich wieder in die Arme nehmen konnten.
Im Bus fuhren wir mit unserem unglaublich netten Fahrer Deric gleich weiter nach Limbe, wo wir im Tsaben Beach Hotel die nächsten Tage verbrachten. Der Strand von Limbe ist zwar durch Industrie verbaut, aber der Strand vom Hotel ein paar Kilometer nördlich war wunderschön, groß genug für Strandwanderungen, das Schwimmen im lauwarmen Wasser gerade noch erfrischend, die Wellen einladend und der Blick auf Palmen und Horizont perfekt.  Schon zum Frühstück gab es die besten Papaya und Ananas und auch abends genossen wir von der Terrasse den Meeresblick und die ersten Eindrücke von der kamerunischen Küche.


Abendstimmung am Tsaben Beach

 Bei einer Wanderung mit Führer wollten wir den Regenwald  entdecken, durchquerten dazu Palmölplantagen und Flüsse, erkletterten Hügel und Berge, um am Ende festzustellen, dass der Wald schon gerodet wurde, um neuen Palmölplantagen Platz zu machen. Der Naturschutz steht hier leider in ständiger Konkurrenz zur Entwicklung von neuen Anbauflächen und der Tourismus ist noch nicht so weit entwickelt, dass sich daraus der Schutz der Natur nachhaltig bekräftigen ließe.
In Limbe sind auch Reste der deutschen Kolonialzeit zu finden, so wurde der Botanische Garten schon 1892 gegründet. Bei unserem Besuch bewunderten wir die beeindruckende Artenvielfalt, die es früher sicher noch öfter zu sehen gab, bevor der Anbau von Palmöl, Kakao, Bananen und Kaffee anderes verdrängte.

Flußüberquerung zunächst zu Fuß...
...und auf dem Rückweg per Fähre - die allerdings noch seetauglich gemacht werden musste
Reifen geflickt, nach harter Piste spontan notwendige Schweissarbeiten - alles in 3 Stunden perfekt erledigt

Von diesem schönen Ort ging es weiter nach Nkongsamba und unser nächstes Hotel war die Villa Luciole.  Diese ist auf 1.200 m Höhe wie eine Oase in den Manengouba-Bergen gelegen und bietet Ausflugsmöglichkeiten zu den grandiosen Ekom-Wasserfällen, Bergwanderungen zum Nomadenvolk der Fulbe oder zu den vulkanischen Twin Lakes. Uns hat die Begegnung mit den Fulbe am meisten beeindruckt, da es ein Leben so fern von jeglicher Zivilisation ist, die wir kennen.

am Ekom - Traumlandschaften


Schulen gibt es auch auf 2.000m Höhe

...und noch ein wenig höher...
...leben die Fulbe


Fremde Welten gab es aber nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten zu entdecken, so in Foumban, unserem letzten Halt vor der Ankunft in Kumbo. Wir hatten uns pünktlich am Freitag eingefunden, um die Rückkehr des Sultans von der Moschee in seinen Palast zu bewundern.  Zwar gab es viele farbenprächtig gekleidete und geschmückte Menschen zu sehen, nur der Sultan fehlte, er war – wie wir - auf Reisen. Der Besuch lohnte sich dennoch, nicht nur für den riesigen Markt, den Blick vom Minarett der Moschee auf denselben oder die Künstlerstraße, sondern auch wegen des Palastmuseums, in dem man über Gegenstände und Zeugnisse der Bamoun-Herrscher informiert wird.  Die vielfältigen Symbole der Artefakte und ihre Bedeutung von power (Schlange) zu double power (doppelte Schlange), long life  (Krokodil) und wisdom (Spinne) werden wir bestimmt nie vergessen.


Foumban am Abend



Honoratioren auf dem Weg von der Moschee zum Palast



Der - noch nicht eröffnete - Neubau des beeindruckenden königlichen Museums,
noch ist es, etwas stilvoller, im Palast untergebracht

auf der "Straße" nach Kumbo



am Straßenrand Verpflegung...
...erste Hilfe für Deric...



...und - wie so oft - die pure Herzlichkeit

Am 24. Dezember kamen wir in Kumbo an, wir durften im pastoral center wohnen und waren damit nur 5 Minuten Fußweg von Charlottes und Elis Häuschen entfernt. Es war einfach schön, hier zusammen zu sein und gemeinsam den Weihnachtsabend zu feiern.


Kumbo...



...am Weihnachtstag

In Kumbo gibt es aber auch einiges zu sehen, man kann über den Markt schlendern und gebratene plantaines probieren oder aus dem Stoffangebot wählen und sich gleich etwas von der Schneiderin daraus nähen lassen. Wir haben das Waisenhaus besucht, in dem Charlotte zuletzt gearbeitet hat und wir waren mit Fr Francline auf der Tadu Milchfarm und haben köstlichen Joghurt und Käse mitgebracht. 


Bei der nettesten Schneiderin auf dem Markt
Normalbesetzung eines Motorrads in Kumbo

Am 1. Weihnachtstag waren wir bei Ephraim und Theresia Lukong mit ihrer ganzen Familie eingeladen und zum barbecue bei Fr Paul wurde ein Huhn geschlachtet, aber zum Glück für die Vegetarier hatten wir uns inzwischen an Fufu gewöhnt und es gibt ja auch immer noch  Njama Njama und plantaines. Wer Pizza vermisst, kann dies sogar auch in Kumbo bei Edwin bekommen, außerdem führte er uns auf einer wunderbaren Wanderung durch die den Ort umgebenden Hügel. Wir hatten das Glück, auch das jährlich stattfindende Ngonnso Cultural Festival zu erleben, bei dem der alten Kultur und dem Fon gehuldigt wird und Jujus – als Geister verkleidete junge Männer - auf den Straßen unterwegs sind. Die Jujus werden mit einer Mischung aus Angst und Neugier von der Menge verfolgt und wem sie zu nahe kommen, der sollte sich demütig bücken oder versuchen, sie mit Getränken oder Geld gnädig zu stimmen.



Familie Lukong...
...und ein Barbecue...
...bei Fr Paul in Nkar

Hoheiten am Hofe...
...und unzählige Jujus...
...die Erheiterung gleichermaßen wie Respekt hervorrufen
Ein köstliches Abendessen in Squares
Wir sind jeden Tag Bike gefahren und Taxi – mit geschlossenem Fenster wegen des „dust“ - und haben endlich verstanden, wieso Fr Francline bei seinem Besuch im Sommer unsere Straßen in Frankfurt so bewunderte. Wir haben jeden Abend den Sternenhimmel bestaunt und die Wärme genossen, wissend, dass nach unserer Rückkehr der Winter noch lange nicht zu Ende sein wird. Aber Kumbo war für uns vor allem ein Ort der Begegnung mit den vielen Menschen, die Charlotte und Elinor dort kennengelernt haben und die ihr Leben bereichern. Wir sind dankbar, dass wir dies mit euch teilen konnten und wünschen euch noch eine wunderbare Zeit!



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