Hallo ihr Lieben,
Ich wünsche euch allen ein schönes neues Jahr und hoffe ihr
hattet wundervolle Weihnachten. Eli und ich haben die Weihnachtszeit sehr
genossen, vor allem deswegen, weil wir das Glück hatten, Weihnachten mit
unseren Familien verbringen zu dürfen. Am 17.12. kam nämlich (endlich) unsere
kleine Delegation bestehend aus meinen Eltern, meiner Tante, meinem Cousin und
Elis Mama am Flughafen in Douala an, um uns zu besuchen. Was folgte waren zwei
unvergessliche Wochen mit Reisen durch Kamerun
und Kumbo.
Nach vier Monaten einleben und mitleben in Kumbo war es erst
einmal ganz schön ungewohnt aber dann auch sehr spannend, Kamerun quasi als
Tourist zu bereisen und so wieder ganz neue Seiten von dem Land kennenzulernen.
Auch war es schön Kamerun durch die Augen meiner Eltern zu sehen, wobei ich
bemerkte, an wie vieles eigentlich Außergewöhnliches , wie zum Beispiel die Herzlichkeit
der Leute oder den tollen kamerunischen Sternenhimmel, ich mich schon gewöhnt
hatte. Im folgenden Beitrag haben also diesmal meine Eltern ihre Erfahrungen
festgehalten und mit ihren eigenen tollen Urlaubsfotos versehen. Enjoy!
Besuch in Kamerun
von Christiane & Joachim
Am 17. Dezember war es endlich soweit – nach langen
Reisevorbereitungen saßen wir alle im Flieger und nach einmal Umsteigen in
Brüssel ging es endlich Richtung Douala. Die Ankunft war nicht nur wegen des
schwülen und feuchten Klimas ein Schock, zu schaffen machten auch die langen
Schlangen vor der Passkontrolle, das Gedrängel am Gepäckband und immer wieder
„the humidity“. Draußen war es um 19.00 Uhr zwar schon dunkel, aber unser persönlicher
Lichtblick waren Charlotte und Elinor, die wir nach 4 Monaten endlich wieder in
die Arme nehmen konnten.
Im Bus fuhren wir mit unserem unglaublich netten Fahrer
Deric gleich weiter nach Limbe, wo wir im Tsaben Beach Hotel die nächsten Tage
verbrachten. Der Strand von Limbe ist zwar durch Industrie verbaut, aber der Strand
vom Hotel ein paar Kilometer nördlich war wunderschön, groß genug für
Strandwanderungen, das Schwimmen im lauwarmen Wasser gerade noch erfrischend,
die Wellen einladend und der Blick auf Palmen und Horizont perfekt. Schon zum Frühstück gab es die besten Papaya
und Ananas und auch abends genossen wir von der Terrasse den Meeresblick und
die ersten Eindrücke von der kamerunischen Küche.
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| Abendstimmung am Tsaben Beach |
Bei einer Wanderung mit Führer wollten wir den
Regenwald entdecken, durchquerten dazu
Palmölplantagen und Flüsse, erkletterten Hügel und Berge, um am Ende festzustellen,
dass der Wald schon gerodet wurde, um neuen Palmölplantagen Platz zu machen.
Der Naturschutz steht hier leider in ständiger Konkurrenz zur Entwicklung von
neuen Anbauflächen und der Tourismus ist noch nicht so weit entwickelt, dass sich
daraus der Schutz der Natur nachhaltig bekräftigen ließe.
In Limbe sind auch Reste der deutschen Kolonialzeit zu
finden, so wurde der Botanische Garten schon 1892 gegründet. Bei unserem Besuch
bewunderten wir die beeindruckende Artenvielfalt, die es früher sicher noch
öfter zu sehen gab, bevor der Anbau von Palmöl, Kakao, Bananen und Kaffee
anderes verdrängte.
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| Flußüberquerung zunächst zu Fuß... |
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| ...und auf dem Rückweg per Fähre - die allerdings noch seetauglich gemacht werden musste |
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| Reifen geflickt, nach harter Piste spontan notwendige Schweissarbeiten - alles in 3 Stunden perfekt erledigt |
Von diesem schönen Ort ging es weiter nach Nkongsamba und
unser nächstes Hotel war die Villa Luciole. Diese ist auf 1.200 m Höhe wie eine Oase in
den Manengouba-Bergen gelegen und bietet Ausflugsmöglichkeiten zu den
grandiosen Ekom-Wasserfällen, Bergwanderungen zum Nomadenvolk der Fulbe oder zu
den vulkanischen Twin Lakes. Uns hat die Begegnung mit den Fulbe am meisten
beeindruckt, da es ein Leben so fern von jeglicher Zivilisation ist, die wir
kennen.
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| am Ekom - Traumlandschaften |
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| Schulen gibt es auch auf 2.000m Höhe |
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| ...und noch ein wenig höher... |
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| ...leben die Fulbe |
Fremde Welten gab es aber nicht nur auf dem Land, sondern
auch in den Städten zu entdecken, so in Foumban, unserem letzten Halt vor der
Ankunft in Kumbo. Wir hatten uns pünktlich am Freitag eingefunden, um die
Rückkehr des Sultans von der Moschee in seinen Palast zu bewundern. Zwar gab es viele farbenprächtig gekleidete
und geschmückte Menschen zu sehen, nur der Sultan fehlte, er war – wie wir - auf
Reisen. Der Besuch lohnte sich dennoch, nicht nur für den riesigen Markt, den
Blick vom Minarett der Moschee auf denselben oder die Künstlerstraße, sondern auch
wegen des Palastmuseums, in dem man über Gegenstände und Zeugnisse der Bamoun-Herrscher
informiert wird. Die vielfältigen
Symbole der Artefakte und ihre Bedeutung von power (Schlange) zu double power
(doppelte Schlange), long life
(Krokodil) und wisdom (Spinne) werden wir bestimmt nie vergessen.
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| Foumban am Abend |
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| Honoratioren auf dem Weg von der Moschee zum Palast |
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Der
- noch nicht eröffnete - Neubau des beeindruckenden königlichen
Museums,
noch ist es, etwas stilvoller, im Palast untergebracht |
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| auf der "Straße" nach Kumbo |
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| am Straßenrand Verpflegung... |
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| ...erste Hilfe für Deric... |
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| ...und - wie so oft - die pure Herzlichkeit |
Am 24. Dezember kamen wir in Kumbo an, wir durften im pastoral
center wohnen und waren damit nur 5 Minuten Fußweg von Charlottes und Elis
Häuschen entfernt. Es war einfach schön, hier zusammen zu sein und gemeinsam
den Weihnachtsabend zu feiern.
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| Kumbo... |
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| ...am Weihnachtstag |
In Kumbo gibt es aber auch einiges zu sehen, man kann über
den Markt schlendern und gebratene plantaines probieren oder aus dem
Stoffangebot wählen und sich gleich etwas von der Schneiderin daraus nähen
lassen. Wir haben das Waisenhaus besucht, in dem Charlotte zuletzt gearbeitet
hat und wir waren mit Fr Francline auf der Tadu Milchfarm und haben köstlichen
Joghurt und Käse mitgebracht.
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| Bei der nettesten Schneiderin auf dem Markt |
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| Normalbesetzung eines Motorrads in Kumbo |
Am 1. Weihnachtstag waren wir bei Ephraim und
Theresia Lukong mit ihrer ganzen Familie eingeladen und zum barbecue bei Fr
Paul wurde ein Huhn geschlachtet, aber zum Glück für die Vegetarier hatten wir uns
inzwischen an Fufu gewöhnt und es gibt ja auch immer noch Njama Njama und plantaines. Wer Pizza
vermisst, kann dies sogar auch in Kumbo bei Edwin bekommen, außerdem führte er
uns auf einer wunderbaren Wanderung durch die den Ort umgebenden Hügel. Wir hatten
das Glück, auch das jährlich stattfindende Ngonnso Cultural Festival zu
erleben, bei dem der alten Kultur und dem Fon gehuldigt wird und Jujus – als
Geister verkleidete junge Männer - auf den Straßen unterwegs sind. Die Jujus
werden mit einer Mischung aus Angst und Neugier von der Menge verfolgt und wem
sie zu nahe kommen, der sollte sich demütig bücken oder versuchen, sie mit
Getränken oder Geld gnädig zu stimmen.
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| Familie Lukong... |
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| ...und ein Barbecue... |
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| ...bei Fr Paul in Nkar |
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| Hoheiten am Hofe... |
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| ...und unzählige Jujus... |
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| ...die Erheiterung gleichermaßen wie Respekt hervorrufen |
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| Ein köstliches Abendessen in Squares |
Wir sind jeden Tag Bike gefahren und Taxi – mit geschlossenem
Fenster wegen des „dust“ - und haben endlich verstanden, wieso Fr Francline bei
seinem Besuch im Sommer unsere Straßen in Frankfurt so bewunderte. Wir haben
jeden Abend den Sternenhimmel bestaunt und die Wärme genossen, wissend, dass
nach unserer Rückkehr der Winter noch lange nicht zu Ende sein wird. Aber Kumbo
war für uns vor allem ein Ort der Begegnung mit den vielen Menschen, die
Charlotte und Elinor dort kennengelernt haben und die ihr Leben bereichern. Wir
sind dankbar, dass wir dies mit euch teilen konnten und wünschen euch noch eine
wunderbare Zeit!
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